Dieses beeindruckende Buch ist eine fotografische Reise rund um die Erde – von Borneo bis Belgien, Argentinien bis Athen, New York bis Neuseeland und noch weiter –, auf der Suche nach avantgardistischer Tätowierkunst, die den uralten Wurzeln des Tätowierens in modernen Interpretationen Tribut zollt. Nie zuvor wurden Arbeiten von so vielen renommierten Blackwork-Tätowierern aus aller Welt in einer einzigen, umfassenden Publikation versammelt. Die Reise beginnt mit einem Überblick über die Geschichte des Tätowierens, führt dann durch verschiedenste Black-Tattoo-Portfolios und macht dabei in folgenden Kapiteln Station: Neotribal, Dotwork, Art Brut, Traditional Revival und Thai/Buddhist.
This amazing book is a photographic journey across the globe - from Borneo to Belgium, Argentina to Athens, New York to New Zealand and beyond - in search of avant-garde tattoo art that pays homage to the ancient roots of tattooing in their contemporary interpretations. No other publication has curated the work of so many esteemed international tattooists working in black ink and gathered them into one compre-hensive volume. The journey begins with a look at the history of tattooing before featuring black tattoo portfolios divided into the following chapters: Neotribal, Dotwork, Art Brut, Traditional Revival and Thai/Buddhist.
Das Kapitel Neotribal stellt die Arbeiten von Künstlern vor, die sich auf zeitgenössische Interpretationen traditioneller Tätowierungen und die Kombination von Motiven aus verschiedenen Kulturen spezialisiert haben. Was an diesen Tattoos besonders geschätzt wird, ist ihre harmonische Verschmelzung mit den Konturen des Körpers. Den Fotos in diesem Kapitel gehen zwei Interviews voraus. Im ersten kommt Leo Zulueta zu Wort, der Künstler, der als der Pate des Neotribal-Stils gilt. Danach steht ein weiterer wichtiger Vertreter dieses Stils Rede und Antwort – Daniel DiMattia aus dem Studio Calypso Tattoo in Belgien.
Der Dotwork-Stil, auch als Pointillismus bezeichnet, hat in den letzten Jahren enorm an Popularität gewonnen als eine Möglichkeit, Tattoos Schattierungen und zusätzliche Tiefe und Textur zu verleihen. Das Summen der Rotary-Maschinen in Xed Le Heads Londoner Studio, das buchstäblich in allen Teilen der Welt zu vernehmen war, hat auch andere Künstler dazu angeregt, sich an Dotwork zu versuchen. Colin Dale, ebenfalls für diesen Stil bekannt, beschreibt in diesem Kapitel, wie er Körperkunstwerke mit Handinstrumenten anstelle von Maschinen schafft. Das Spektrum der hier gezeigten Fotos von Dotwork-Tattoos reicht von geometrischen Mustern bis hin zu alter nordischer Kunst.
Art Brut war das Kapitel, das sich am schwersten benennen ließ, weil es für diesen Stil schlichtweg keine rechte Bezeichnung gibt – tatsächlich widersetzt er sich jeglicher Kategorisierung. Wenn das Tätowieren als Außenseiter-Kunst gilt, dann ist dies die Außenseiter- Kunst der Außenseiter. Wir nennen sie Art Brut oder rohe, unverfälschte Kunst – ein Begriff, den Jean Dubuffet für Kunst geprägt hat, die sich den ästhetischen Normen entzieht. Das Spontane und Fieberhafte, das diese Arbeiten kennzeichnet, wird oft mit simpler, ungelenker Linienführung verwechselt, doch nichts könnte der Wahrheit ferner liegen. In diesem Kapitel schildert der Franzose Yann Black – der Mann, der den Anstoß für den Art Brut-Tattoostil gegeben hat – die Leidenschaft und äußerst präzisen Arbeitsmethoden, die seinem Portfolio zugrunde liegen.
Das Kapitel Traditional Revival widmet sich den Tätowierern, die indigene Tattookulturen würdigen, indem sie deren Kunst, Bräuche und Techniken fortführen und in deren Geist arbeiten. Wenngleich sich der vorliegende Band auf modernes Blackwork konzentriert, ist es doch notwendig, einen Blick zurück auf die Ursprünge der heutigen Tätowierkunst zu werfen. Zu Beginn dieses Kapitels wird die Tatak Ng Apat Na Alon-Gemeinschaft vorgestellt, deren Name soviel bedeutet wie „Zeichen der vier Wellen“. Es folgt die Geschichte von Volker Kloth, einem Deutschen, der in das Ta Moko eingeweiht wurde, die alte Kunst der Maori in Neuseeland. Anschließend schildert Seymour Kaniho aus Hawaii, wie er Tattookunstwerke schafft, die von der Lebensgeschichte ihres Träger zeugen und dabei der polynesischen Tradition verpflichtet bleiben. Außerdem sind Bilder der Tätowierungen zu sehen, die Jeremy von Monkey Tattoo in Borneo nach traditioneller Art von Hand ausführt, sowie Fotos der beseelten tahitianischen Kunstwerke von Roonui Anania von Tahiti Tattoos.
Das letzte, von der thailändischen und buddhistischen Kunst inspirierte Kapitel beginnt mit der unglaublichen Geschichte von Peter Schachner, der Anfang der 90er-Jahre vier Jahre lang im Lard Yao-Gefängnis in Thailand inhaftiert war. Von Mithäftlingen lernte er dort die Kunst der Tätowierung mit Handinstrumenten, und wenn er heute on the road tätowiert, verwendet er selbst den Namen Lard Yao, um seine Lehrer zu ehren. Neben seinen Arbeiten werden hier auch Werke anderer Künstler gezeigt, denen es ein Anliegen ist, das Tätowieren als spirituelle Praxis zu bewahren, so etwa Mike The Athens aus Griechenland und Jondix aus Spanien.
Autorin und Herausgeberin von Black Tattoo Art: Modern Expression of the Tribal ist Marisa Kakoulas, eine vielfach tätowierte New Yorker Anwältin und Journalistin, die sowohl für Tattoo-Publikationen als auch Mainstream-Medien schreibt. Auf NeedlesandSins.com macht sie sich fortlaufend über die Tattookultur Gedanken.